
Als Modulationsquellen stehen im Einblendmenü „mod“ zwei identische LFOs zur Verfügung.
Das LFO-Signal (Low Frequency Oscillator) wird als Modulationsquelle verwendet. Die LFO-Frequenz liegt bei analogen Synthesizern in der Regel zwischen 0,1 und 20 Hz und somit außerhalb des wahrnehmbaren Audiospektrums. Daher wird dieser Oszillatortyp nur für Modulationszwecke verwendet. Das LFO-Tempo beträgt bei Ultrabeat im Übrigen bis zu 100 Hz, was im Vergleich zu analogen Synthesizern weitere Möglichkeiten ergibt.

Die Parameter für beide LFOs in Ultrabeat sind im Folgenden beschrieben. LFO 1 und LFO 2 können unabhängig voneinander eingestellt werden.
Tasten „LFO 1/2“: Wähle den entsprechenden LFO aus, womit du Zugriff auf die unabhängigen Parameter hast.
Taste „On/Off“: Schaltet den ausgewählten LFO ein oder aus.
Sync/Free-Tasten: Das LFO-Tempo kann mit dem Logic Pro X -Tempo synchronisiert oder unabhängig eingestellt werden. Klicke auf eine der Tasten, um den entsprechenden Modus zu aktivieren.
Drehregler und Feld „Rate“: Skaliert die Intensität des LFO. Je nach Einstellung (Sync/Free) wird das Tempo („Rate“) in Hertz oder in rhythmischen Werten angezeigt (Letzteres, wenn die Synchronisation zum Projekttempo aktiviert ist). Der Wertebereich erstreckt sich von einer 64stel-Note bis hin zu einer Zeitdauer von 32 Takten. Triolische und punktierte Notenwerte sind ebenfalls verfügbar.
Schieberegler „Waveform Shape“: Bestimmt die Form der LFO-Schwingung. Diese Form aktualisiert das Display.
Drehregler und Feld „Cycles“: Legt fest, wie oft die LFO-Wellenform sich wiederholt.
Drehregler und Feld „Ramp“: Bestimmt, wie lange es dauert, bis die LFO-Modulation ein- oder ausgeblendet wird. Der Wert für „Ramp“ wird in Millisekunden angezeigt.
Drehe den Drehregler „Ramp“ nach rechts, um die Einblendzeit für den LFO einzustellen.
Drehe den Drehregler „Ramp“ nach links, um die Ausblendzeit für den LFO einzustellen.
In Mittelstellung beeinflusst „Ramp“ den LFO nicht.
Das Bewegen des Wellenform-Schiebereglers von links nach rechts morpht die Wellenform stufenlos von einer Dreieckwelle über eine Sägezahn-, Sinus- und Rechteckwelle bis hin zu einer Pulswelle, inklusive aller Zwischenstufen. In äußerster Rechtsauslenkung erzeugt der LFO zufällige Wellenformen.
In der grafischen Anzeige wird die aktuelle Wellenform dargestellt.
Die Tabelle zeigt, wie verschiedene Wellenformen den Klang verändern können. Zwischenformen resultieren in hybriden Wellenformen und hybridem Verhalten.
Wellenform | Anmerkungen |
|---|---|
Dreieck | Gut geeignet für Vibrato-Effekte |
Sägezahn | Gut geeignet für Helikopter- und Space-Gun-Sounds. Intensive Modulationen der Oszillator-Tonhöhe durch den Sägezahn führen zu einem Blubbern. Intensive Modulationen von Cutoff und Resonanz eines Lowpass-Filters führen zu rhythmischen Effekten. |
Sinuswelle | Ideal für sanfte, gleichmäßige Modulationen. Diese Position am Wellenform-Schieberegler ermöglicht es, sanft zwischen Sägezahn- und Rechteck-/Pulswellen zu morphen. |
Rechteck | Die beiden Rechteckwellen bewirken, dass der LFO regelmäßig zwischen zwei Werten wechselt. Die rechte Einstellung wechselt zwischen einem positiven Wert und dem Wert Null. Die linke Wellenform wechselt hingegen zwischen einem positiven und einem negativen Wert, die beide gleich weit von der Nulllinie entfernt sind. |
Sample & Hold | In der rechten Wellenform-Einstellung werden die Zufallswerte ausgegeben. Diese werden in regelmäßigen Zeitabständen ausgegeben, die durch die LFO-Frequenz bestimmt werden. Verwende eine zufällige Modulation der Tonhöhe (Pitch) des Oszillators, um einen Effekt zu erzeugen, der als random pitch pattern generator oder unter der Bezeichnung Sample & Hold bekannt ist. Spiele sehr hohe Noten mit hohen LFO-Raten und einer sehr intensive Modulation. Du wirst diesen Effekt sicherlich aus vielen Science-Fiction-Filmen kennen. Der Begriff „Sample & Hold“ (S & H) leitet sich von einem technischen Verfahren ab, bei dem einem Rauschsignal in regelmäßigen Zeitabständen Proben (Samples) entnommen werden. Die Werte dieser Samples werden dann bis zur Entnahme des nächsten Samples gehalten. |
Normalerweise schwingt ein LFO permanent. Bei perkussiven Signalen kann es jedoch interessant sein, die Durchgänge der LFO-Zyklen (Durchlaufen der gesamten Wellenform) auf eine bestimmte Anzahl zu begrenzen. Deshalb hast du mit UItrabeat die Möglichkeit, die Zahl der LFO-Zyklen mit dem Cycles-Parameter einzustellen. Nach Durchlauf der eingestellten Zyklen stoppt der LFO.
Über den Drehregler „Cycles“ lässt sich die Anzahl der Wellenformzyklen eines LFO einstellen. Die Cycle-Werte reichen von 1 bis 100. Der Cycles-Parameter bestimmt auch, ob die LFO-Wellenform mit jedem Note-On-Befehl wieder von Anfang (Nulldurchgang) zu schwingen beginnt oder weiterschwingt.
Bei einem Cycle-Wert von 1 fungiert der LFO als zusätzlicher, jedoch sehr einfacher Hüllkurvengenerator.
Wenn du den Drehregler auf den maximalen Wert setzt (äußerste rechte Position) schwingt der LFO unendlich viele Zyklen (Standard-Verhalten des LFOs). Der LFO wird nicht durch eingehende MIDI-Note-On-Befehle zurückgesetzt.
Bei Cycles-Werten unter 100 wird der LFO durch jeden neue Note-On-Befehl zurückgesetzt (Note On Reset).
Die Entscheidung, ob man einen LFO-Zyklus immer an der gleichen Stelle starten oder ihn ungeachtet der Phase frei schwingen lässt, hängt in erster Linie davon ab, welchen Klang man erzeugen möchte. Durch das leichte Zufallselement frei laufender LFOs klingen viele Klänge oft etwas reichhaltiger. Dies kann allerdings zu Perkussivität in der Attack-Phase führen, was in der Regel für Drum-Sounds unpassend ist.
Tipp: Probiere niedrige Cycles-Parameter-Werte, wobei die LFO-Quelle die Lautstärke (Level) eines oder beider Oszillatoren steuert. Dies erzeugt typische Drum Flams oder Handclaps. Du kannst sich natürlich auch die leichten Verschiebungen der LFO-Phase bei einer Cycle-Einstellung von unendlich (Infinity) zunutze machen, um einem Drum-Sound einen analogen Charakter zu verleihen.